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Das Kaninchen wird nicht zutraulich

Situation: Das Kaninchen lebt schon mehere Monate im Haushalt, verhält sich aber noch immer sehr scheu und ängstlich bei jeder Art von Annäherung. Es flüchtet sofort panikartig in sein Häuschen oder in eine andere Käfigecke, wenn man versucht, in den Käfig zu fassen. Einen Auslauf in der Wohnung kann man dem Zwerg nicht ermöglichen, weil sich das scheue Kaninchen nur sehr schwer wieder einfangen läßt. Beim Ergreifen und Hochnehmen zappelt es so wild um sich, kratzt und kreischt auch manchmal, dass der Halter das Tier nur noch ungern anfaßt. Vor allem das Kind der Familie ist sehr enttäuscht von seinem Kaninchen. Es hätte sich doch so sehr ein Tier zum Streicheln und Schmusen gewünscht.



Mögliche Ursachen: Angeborene Wildscheue (wird dominant vererbt); schlechte Beeinflußung durch die ebenfalls scheue, nervöse Mutterhäsin; mangelnde menschliche Zuwendung während der wichtigen Sozialprägungsphase (30. bis 50. Tag); zu frühe Trennung von der Mutter (vor der 7. Lebenswoche). Eventuell verkehrter Umgang mit dem Tier und daraus entstandene Schockerlebnisse.

Abhilfe: Je mehr ein Kaninchen durch die vorher genannten Probleme vorbelastet ist, desto weniger gelingt es dem Halter, bei solch einem Tier im Nachinein noch ein gutes Vertrauensverhältnis aufzubauen. Wollen Sie also ein zutraulichen und ausgeglichenen kleinen Hausgenossen, nehmen Sie sich lieber schon bei der Suche nach einem geeigneten Zwergkaninchen Zeit und tätigen Sie keine Spontankäufe. Lassen Sie die Finger weg von übernervösen und handscheuen Jungtieren! Ist das Kaninchen bereits, wie im vorliegenden Fall, im Haus, können Sie folgendermaßen, versuchen, das Tier zutraulicher zu machen:

- Entfernen Sie aus dem Zimmerkäfig das Häuschen, falls sich Ihr Kaninchen darin immer wieder über lange Zeit zurückzieht. Das Tier soll lernen, seine Umwelt zukünftig nicht mehr nur als eine einzige Bedrohung zu empfinden.

- Überprüfen Sie nochmals die Standortwahl des Zimmerkäfigs, Ihre eigene Umgangsweise mit dem Tier und die Ihres Kindes.

- Manchmal hilft es, wenn der Zimmerkäfig nicht wie bisher auf dem Boden steht, sondern erhöht auf einem Tisch. Durch die bessere Übersicht fühlt sich das Kaninchen sicherer und empfindet auch die Menschen nicht mehr als groß und bedrohlich.



- Gewähren Sie dem Tier solange keinen Auslauf mehr, bis es sich ohne panikartige Fluchtversuche anfassen läßt. Stattdessen setzt man den Zwerg in einen Großraumkäfig (Grundfläche 120 cm x 70 cm).

- Das verängstigte Tier muss langsam lernen, dass ihm durch den Menschen keine Gefahr droht, sondern nur Gutes wiederfährt. Dazu reduziert man das Futterangebot auf reine Erhaltungskost: Heu, Wasser und 1Eßl. Fertigfutter. Grün- und Saftfutter sowie besondere Leckerbissen werden nur noch per Hand in den Käfig gereicht. Nähern Sie sich dazu dem Käfig sehr langsam und sprechen Sie freundlich mit leiser Stimme auf das schreckhafte Kaninchen ein. Gehen Sie dann in die Hocke, öffnen Sie die Käfigtür vorne (keinesfalls oben!) und reichen Sie vorsichtig einen Leckerbissen in den Käfig hinein. Halten Sie Ihre Hand so lange still, wie Sie können, und sprechen Sie dabei stets in ruhigem, freundlichen Tonfall. Sicherlich wird das Kaninchen zögern, näher zu kommen, auch wenn sein Hunger groß ist. Zeigen Sie Geduld, denn sie werden Sie die nächsten Monate brauchen. Anfangs legt man den Leckerbissen einfach vor dem Kaninchen ab, wenn es ihn nicht aus Ihrer Hand nimmt. Bleiben Sie aber in Käfignähe. Versuchen Sie keinesfalls zu früh, nach dem Tier zu greifen oder ihm mit der Hand zu nahe zu kommen. Das Tier soll selbst den Zeitpunkt bestimmen, wann es näher kommen möchte. Dies ist sehr wichtig für den Erfolg Ihrer Bemühungen.

- Um das seelische Gleichgewicht des Kaninchens wieder herzustellen, können unterstützend folgende Naturheilmittel eingesetzt werden. Lassen Sie sich in der Apotheke eine Bachblütenmischung ansetzen: In einer Flasche mit Pipette auf 30 ml stilles Heilwasser jeweils 4 Tropfen von folgenden Bachblüten: Aspen, Mimulus, Cerato, Cherry Plum, Rock Rose, Larch und Star of Bethlehem. Von dieser Mischung gibt man täglich 10 Tropfen pro 20 ml Trinkwasser in die Nippeltränke. Achten Sie darauf, dass das Wasser ausgetrunken wird, danach neue Mischung auffüllen. Diese Behandlung wird mehere Monathe lang durchgeführt. Sie hat keine schädliche Nebenwirkungen für Ihr Kaninchen. Weiterhin können Sie mit homöopathischer Arznei unterstützen: 2 bis 3 mal wöchentlich, insgesamt 4 Wochen lang, 1 Tablette Arsenicum album C 30 mit dem Mörser oder Löffel fein zerdrücken und ebenfalls ins Trinkwasser gegeben.

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